WiGeP-Industriedialog 2019 in Hamburg 

Das Frühjahrestreffen der Mitglieder vom 28. bis 29. März 2019 zum Thema „Digitale Transformation in der Produktentwicklung“

In diesem Jahr fand der WiGeP-Industriedialog bei der Firma Olympus Surgical Technologies Europe in Hamburg statt. Neben dem Gastgeber Olympus trug die Firma Contact Software durch Ihr Sponsoring und spannenden Vorträge zum Gelingen der Tagung maßgebend bei. Nicht nur Teilnehmer aus dem universitären Umfeld, sondern auch Teilnehmer aus der Industrie folgten der Einladung von Olympus und Contact Software. Mit Workshops und Keynote-Vorträgen zu hochaktuellen Themen sowie einem einzigartigen Einblick in die Produktpalette und Produktion der minimalinvasiven chirurgischen Instrumente inklusive Hands-On belebte die Tagung de freundschaftlichen, kooperativen Charakter der WiGeP.

Keynotes

Herr Dr. Kraas, Leiter der Forschung und Entwicklung bei Olympus Surgical Technologies hielt seinen Keynote-Vortrag zum Thema „Innovationsprozesse in der Medizintechnik. Gehobene Standards der Produktentwicklung“. Olympus befindet sich mit seinen Produkten der Medizintechnik, wissenschaftlichen Lösungen und Konsumgütern in einem weiten Spannungsfeld der klassischen Disziplinen des Maschinenbaus, der Elektrotechnik, der Optik und der Produktentwicklung. Hierbei bewege man sich jedoch immer „an der Grenze des Machbaren“, da die Herausforderungen, speziell in der Medizintechnik und dessen engen Spezifikationsfeldern und kleinen Dimensionen ganz besondere Lösungen fordern. Das stetige Wachstum von Olympus zeugt jedoch sowohl von der zunehmenden Bedeutung der Medizintechnik im 21. Jahrhundert als auch vom Erfolg des Unternehmens selbst. Die wesentlichen Treiber des 21. Jahrhunderts seien dabei das 5G-Netzwerk, Autonome Mobilität, Remote Services und E-Health. Robotik spielt dabei in der Medizintechnik bisher jedoch hauptsächlich aufgrund des Marktdrucks und weniger wegen des medizinischen Nutzens eine Rolle. Stetiger Begleiter neuer Produkte und Inventionen bilden strenge Regularien, welche großen Aufwand in deren Verifikation und Dokumentation nach sich ziehen. All diesen Herausforderungen begegnet Olympus mit aktuellsten Methoden der Produktentwicklung und PLM. Zudem kooperiert Olympus mit vielen Universitäts- und Fraunhofer Instituten. Aktuelles Forschungsthema stellt beispielsweise die Frage dar, ob aus den Daten der Geräte ein Digitaler Zwilling erstellt werden kann. Mit dem Titel „Digitales Daten- und Prozessmanagement in der Produktentwicklung“ hielt Herr Dick, Section Manager PLM bei Olympus Surgical Technologies, einen weiteren Keynote-Vortrag. Die besondere Herausforderung liege im PLM darin, dass die Entwicklungen der aktuellen PLM-Systeme entsprechend den neuen Technologien der Digitalisierung zu langsam seien. Darüber hinaus ist der Umgang mit den großen Datenmengen, welche durch das Internet der Dinge (IoT) entstehen, und erstmalig vorhanden sind, zu erlernen um einen klaren Nutzen in der Anwendung zu erzielen. Hierbei bilden die Daten ein zentrales Controlling-Element. Den Keynote-Vortrag zum Thema „Engineering Transformation“ hielt Herr Dr. Müller, Teamleiter Engineering Transformation und Senior Produktmanager PLM bei Contact Software. Nach einer kurzen Vorstellung des Unternehmens Contact Software, welches mit seinen ca. 300 Mitarbeitern maßgeblich auf dem Bereich Software für PLM und IoT Anwendungen tätig ist, greift Herr Dr. Müller die softwareseitigen Herausforderungen der Digitalisierung auf. Dabei sind Ansätze von modular aufgebauter Software für unternehmensindividuelle Lösungen eine gute Möglichkeit einen Twin-in-the-Loop Ansatz, also eine Absicherung des Produktes rein am Digitalen Zwilling, zu realisieren. Die sehr frühe Absicherung, welche durch diesen Digitalen Zwilling ermöglicht wird, biete durch die sehr frühen Erkenntnisse im Produktentwicklungsprozess einen großen Vorteil für die Entwicklung neuer Produkte für das digitale Zeitalter. Abgerundet durch die Contact University, welche Forschungskooperationen zu hochaktuellen Themen mit Universitätsinstituten darstellt, und die Contact Academy, welche die Schulung der Anwender im Fokus hat, ermöglicht eine gute Basis für die Bewältigung der Herausforderungen der Digitalen Transformation in der Produktentwicklung.

Werksführung und Präsentation

Nicht nur spannende Keynote-Vorträge zu hochaktuellen Themen, sondern auch die Möglichkeit einen tieferen Einblick in den Entwicklungs- und Produktionsstandort von Medizingerätetechnik in Hamburg zu erlangen, ermöglichte Olympus. Dazu wurden die Teilnehmer der Tagung durch die Produktion und Entwicklung geführt. Darüber hinaus wurden die Produkte vorgeführt und konnten an Demonstratoren selbst ausprobiert werden. Neue Produkte, wie beispielsweise hochauflösende digitale starre Endoskope mit dreidimensionaler Bildwiedergabe und der Möglichkeit bequem die Blickrichtung zu ändern ohne das Gerät selbst neu zu positionieren, lassen die neuen Möglichkeiten für die Chirurgie erahnen.

Workshops

Die durchgeführten Workshops trugen maßgebend zum Austausch der Teilnehmer des Industriedialogs bei. Dabei thematisierten die Teilnehmer des Workshops „Agilität“ die Herausforderungen im Umgang mit agilen Ansätzen für die Entwicklung mechatronischer Systeme. Es wurde klar, dass grundsätzlich der Mindset und das Rollenverständnis der Mitarbeiter eine zentrale Herausforderung darstellt. Darüber hinaus bilden die Kompetenzen der Mitarbeiter sowie eine optimal in den Prozess eingebundene Software zur Unterstützung eine maßgebende Rolle. Der Rahmen und die eigentliche Organisation agilen Methoden stellen dazu neben der passenden Wahl der Inkremente zusätzliche Herausforderungen dar. Im Workshop „IoT, Smart Engineering & Kollaboration“ wurden wertvolle Möglichkeiten und Herausforderungen im Umgang mit IoT, Smart Engineering und einem Digitalen Zwilling diskutiert. Dabei ist klar, dass der zunehmende Anteil an Software die Vorgehensweise der Produktentwicklung ändern wird. Die Digitalisierung birgt in großem Maße ethische und moralische Verantwortung und bietet gleichzeitig große Vorteile. Der Workshop zum Thema modellfreies Modellieren trug dazu bei die Ausgestaltung einer SPP-Antragsidee bei der DFG unter den Teilnehmern weiter auszugestalten und zu konkretisieren. Es wurden dabei neue, wertvolle Detaillierungen und Abgrenzungen vorgenommen. Die Digitalisierung wird begünstigt und geht einher mit Globalisierung. Dies bedeutet, dass im Zuge der Digitalisierung vermehrt die Zusammenarbeit internationaler Teams gefragt ist. Ein weiterer Workshop beschäftigte sich demnach mit internationalen Teams in der Produktentwicklung und dessen Auswirkungen in der Praxis.

Mitgliederversammlung

Auch in diesem Jahr ging dem Industriedialog die Mitgliederversammlung voraus. Sowohl ordentliche, als auch emeritierte Mitglieder der WiGeP nahmen daran teil. Thematisiert wurden unter anderem die erstmalig im Herbst 2018 durchgeführten Arbeitsgruppen zu den Themen Zitationskultur, Promotion und Berufungspraxis. Neue SPP-Antragsskizzen wurden diskutiert und unter den Beteiligten abgeglichen.

 

 

 

 

 

 

 

 

WiGeP-QLW 2019 zu Gast in Singapur

Austausch zu Lehre, Forschung und Innovation in Südostasien

Die Querschnittsgruppe Lehre und Weiterbildung (QLW) folgte mit 13 Professoren der Einladung von Frau Prof. Blessing und traf sich vom 26.-28.02.2019 in Singapur. Der Aufenthalt bot die Möglichkeit zum Austausch in den Bereichen Lehre, Forschung und Innovation.

Besuch der Singapore University of Technology and Design (SUTD)

Der Präsident der SUTD Prof. Chong Tow Chong begrüßte die Teilnehmer der QLW und stellte die Universität vor. Die SUTD ist eine vergleichsweise junge Universität, welche 2009 gegründet wurde. An der Universität sollen Innovatoren ausgebildet werden, die gesellschaftlichen Bedürfnisse mit dem Schwerpunkt Design begegnen können. Interdisziplinarität wird hierzu als Schlüssel gesehen. Eine Spezialisierung in die vier Ausrichtungen – architecture and sustainable design, engineering product development, engineering systems and design, information systems technology and design – findet daher erst nach dem ersten Studienjahr statt. Ca. 30% der Studierenden entscheiden sich nach dem ersten Jahr für eine andere Vertiefung als zu Studienbeginn angegeben. Das Bachelorstudium endet mit dem Capstone Programme, bei dem die Studierenden in interdisziplinären Teams Entwicklungsaufgaben von Unternehmen bearbeiten. Das überaus intensive Betreuungsverhältnis mit einem Verhältnis von 11:1 von Lehrenden zu Studierenden unterstützt die interdisziplinäre Lehre erfolgreich. Die enge Zusammenarbeit in Forschung und Lehre mit dem MIT ergänzt das Portfolio in großem Maße. Neben der Möglichkeit eines Doppel-Master-Programms sind auch Kollaborationen mit dem MIT für Post-Docs möglich. Um Kooperationsmöglichkeiten mit Forschern der SUTD zu identifizieren wurde während des Besuchs eine Art Speed-Dating veranstaltet. Hierbei wurde sich über gemeinsame Themen wie Machine Learning in Design und PLM, Digital Manufacturing, Logistik und Soft Robots ausgetauscht. Eine Führung über den Campus brachte Einblicke in das Lehrgeschehen der Universität mit ca. 3.000 Studierenden.

Nanyang Technological University (NTU)

Die NTU gilt als eine der Top-Universitäten in Asien und zählt zu den besten jungen Eliteuniversitäten weltweit. Hier werden ca. 30.000 Studierende ausgebildet, wie der Associate Vice President Prof. Tim White vorstellte. Die Universität ist in acht Fakultäten gegliedert, wobei der Schwerpunkt auf den Ingenieur- und Naturwissenschaften liegt. Die NTU wird von vielen europäischen Unternehmen als Forschungseinrichtung genutzt um Technologien wie autonomes Fahren, Energie- und Gebäudetechniken an die Tropen und das tropische Klima anzupassen. Die hervorragende Ausstattung dieser Universität zeigt sich unter anderem in dem Singapore Centre for 3D Printing, an dem die unterschiedlichsten 3D-Druck Verfahren erforscht und weiterentwickelt werden. Nach eigenen Aussagen entstehen hier weltweit die meisten Publikationen zum Thema Additive Fertigung.

Unternehmensbesichtigungen

Bei dem Besuch des Ingenieurbüros HOPE Technik bekamen die Teilnehmer eine Übersicht auf dessen innovativen Produkte. Von den Entwicklern werden für unterschiedliche Anwendungen individuelle Lösungen entwickelt und am gleichen Standort gefertigt. Das Spektrum der Entwicklungen reicht über spezielle Anwendungen für die örtliche Feuerwehr, unbemannte Drohnen und Fahrzeuge, Exoskelete und automatisierte Regalbediengeräte bis hin zu Robotern zur automatischen Inspektion großer Infrastrukturen. Weiterhin wurde ST Engineering Aerospace besichtigt – ein Spezialist für die Wartung, Reparatur und Modifikation von Flugzeugen und deren Turbinen. ST Engineering ist das weltweit größte Unternehmen für Wartung und Reparatur von Flugzeugzellen und eines der wenigen mit eigenen Konstruktions- und Entwicklungskapazitäten. Neben der Wartung und Reparatur von Flugzeugen für die zivile Anwendung werden auch militärische Anwendungen inklusive der gegebenenfalls notwendigen Entwicklungen zur Modifikation bedient. Bei einem Besuch der Deutschen Botschaft stellte Herr Zuchan, Leiter des Wissenschaftsreferats der deutschen Botschaft in Singapur, den Teilnehmern die Aufgaben der Botschaft vor und berichtete von den wirtschaftlichen, wissenschaftlichen und kulturellen Beziehungen zwischen Singapur und Deutschland. Zudem stellte er Möglichkeiten dar, wie Forschungskooperationen zwischen Singapur und Deutschland gefördert werden können.

Vernetzung und Sightseeing

Durch die hervorragende Organisation von Frau Prof. Blessing und ihrem Mitarbeiter Herr Achenbach war die Reise nach Singapur sehr lehrreich und gleichzeitig angenehm. Ein herzliches Dankeschön von allen Teilnehmern. Der Besuch schaffte einen intensiven Austausch zwischen Singapur und Deutschland sowie die Grundlage für Kooperationen mit Universitäten und Unternehmen.

 

  

 

 

 

 

WiGeP-Herbsttreffen 2018 in Dresden 

Zur diesjährigen Herbsttagung luden die WiGeP-Mitglieder der Technischen Universität Dresden

Gastgeber der traditionell eher nach innen gerichteten Herbsttagung der WiGeP vom 26.09.2018 bis 28.09.2018 waren Prof. Schlecht und Prof. Stelzer der TU Dresden. Der angenehme Aufenthalt der aktiven und emeritierten Mitglieder sowie der Begleitpersonen in Dresden förderte den freundschaftlichen Charakter der WiGeP. Ein herzliches Dankeschön an das Organisationsteam!

Begrüßung durch den Rektor der TU Dresden

Der Rektor der TU Dresden Prof. Müller-Steinhagen begrüßte die Mitglieder der WiGeP zur Mitgliederversammlung. Er betonte die wichtige Zusammenarbeit von Universitäten und Industrie, welche die WiGeP mit Ihren Experten als Mitglieder maßgebend fördere und damit einen wichtigen Beitrag zur Schlüsselindustrie, der Produktentwicklung im Maschinenbau, für Deutschland leiste. Auch die TU Dresden sei mit der höchsten Dichte an außeruniversitären Forschungseinrichtungen in Deutschland großer Treiber dieser Zusammenarbeit. Aufbauend auf einer fast 200 jährigen Geschichte sei die TU Dresden zudem bestens gerüstet, den Forschungsstandort Dresden auch in Zukunft weiter auszubauen.

Mitgliederversammlung

Die Mitglieder der WiGeP widmeten sich in der ganztätigen Mitgliederversammlung aktuellen Fragestellungen entsprechend des Vereinsziels, also der Förderung von Forschung und Lehre auf dem Gebiet der Produktentwicklung sowie der Förderung der Kommunikation zwischen Wissenschaft, Industrie und Gesellschaft. Zentrale Themen stellten dabei Schwerpunktprogramme der DFG sowie die Vernetzung mit weiteren Gesellschaften dar. Vier neue Ideen an Schwerpunktprogrammen zur gemeinsamen Bearbeitung der Mitglieder wurden weiter abgestimmt und koordiniert sowie eine entsprechende Roadmap entworfen. Neben der Vernetzung der Mitglieder mit anderen Gesellschaften, kann auch eine Vernetzung zwischen Industrie und Assistenten sowie Mitgliedern über die eingerichtete WiGeP-Gruppe auf Xing.com erfolgen. Die Querschnittsgruppe Lehre und Weiterbildung konnte in ihrem Treffen vom Februar 2018 die Aktualisierung des Leitfadens Lehre abschließen, welcher nach erneuter Abstimmung auf der Mitgliederversammlung den zentralen Leitfaden für die Lehre auf dem Gebiet der Produktentwicklung der WiGeP darstellt. Dieser ist auch hier auf der Homepage im Downloadbereich einsehbar.

Arbeitsgruppen

Als neues Element in diesem Jahr wurden während der Mitgliederversammlung die im Frühjahr dieses Jahres definierten Arbeitsgruppen in ersten Workshops umgesetzt. Die Arbeitsgruppen bilden dabei, zusammen mit den Fachgruppen Maschinenelemente und –systeme, Methoden und Prozesse in der Produktentwicklung sowie Virtuelle Produktentwicklung und der Querschnittsgruppe Lehre und Weiterbildung, eine neue Struktur der WiGeP. Sie dienen dazu, aktuelle Fragestellungen der Themen Berufungspraxis, Promotion, Zitationskultur, DFG-Gutachten sowie Antragsstellung zu behandeln. Erste Ergebnisse der Arbeitsgruppen bilden eine gute Basis zur weiteren  gemeinschaftlichen Adressierung der Themen. Dabei wurde klar, dass für eine gute Berufungspraxis in den Ingenieurwissenschaften ein klarer Grundsatz für den Umgang mit Zitationsindices gefunden werden muss. Ebenso bedarf es einer gesunden Zitationskultur um den aktuell populären, rein quantitativen Indices zu begegnen, sodass der Aspekt der Qualität einer Veröffentlichung dennoch Berücksichtigung finden kann. Des Weiteren wurden in der Arbeitsgruppe Promotion die verschiedenen Arten einer Ingenieurpromotion diskutiert. Hierbei ist eine gemeinsame Definition von Randbedingungen und Zielen einer Ingenieurpromotion hilfreich. 

Gastbeiträge

Wie auch bereits in vergangenen Jahren berichtete Herr Dr. Biedermann der DFG zu Aktuellem aus dem Fördergeschehen bei der DFG. Hierbei wurde die Exzellenzstrategie mit 57 geförderten Clustern an 34 Universitäten vorgestellt, wovon 17 Universitäten und 2 Verbünde für einen Exzellenzuniversitätswettbewerb antragsberechtigt sind. Des Weiteren berichtete Herr Dr. Biedermann zu Änderungen der Antragsformate von Forschungsgruppen, Sonderforschungsbereichen und wissenschaftlichen Netzwerken. Ein Bericht zu Förderquoten und Begutachtungsdauern rundeten den Vortrag ab. Als weiterer Gast steuerte Herr Lehnert des Springer Verlages einen Beitrag zu aktuellen Änderungen bei Springer Nature bei. Er betonte dabei die zunehmend wachsenden Zugriffzahlen der Online-Ausgaben der Publikationen. Die Sprache der Publikationen sei dabei keine Hürde, denn auch rein deutschsprachige Werke erfahren international große Zugriffszahlen. Zudem sei Springer bestens gerüstet für die Publikation von Open Access Journals.

Engere Zusammenarbeit zwischen WiGeP und WGP

Der Präsident der WGP, Herr Prof. Denkena, stellte als Gast auf der diesjährigen Herbsttagung aktuelle Themen und Fragestellungen der WGP vor. Hierbei zeigten sich deutliche Gemeinsamkeiten der beiden Gesellschaften. Nicht nur die aktuelle Situation der Berufungspraxis und Promotion, sondern auch eine Zitationskultur in Verbindung mit gängigen Zitationsindices zeigten mögliche Synergien für eine engere Zusammenarbeit auf. Die bereits existierende Kooperationsvereinbarung bietet dabei eine mögliche Basis. Weiter wurden mögliche gemeinsame Forschungsarbeiten diskutiert, welche unter anderem die Energieeffizienz der Produkte und deren Produktion thematisieren. In Verbindung mit aktuellen Themen der Digitalisierung bieten sich dabei neue Möglichkeiten, die Gestaltung und Fertigung von Produkten optimal aufeinander abzustimmen.

Vorstandswechsel

Zum 01.01.2018 haben die neuen Vorstände die Leitung der Fachgruppen QLW, MPE und VPE übernommen. Ohne das Wirken und dem besonderen Engagement der Vorgänger Herr Prof. Abramovici, Herr Prof. Albers und Herr Prof. Binz wäre die Entwicklung der WiGeP zu einer so wirkungsstarken und erfolgreichen  Gesellschaft mit freundschaftlichem Charakter nicht möglich gewesen. Bereits die Zusammenführung der WGMK und des Berliner Kreises im Jahre 2011 begleitend, stellten sie die Weichen für eine gute Zusammenarbeit der Gemeinschaft, sodass eine Förderung von Forschung und Lehre auf dem Gebiet der Produktentwicklung sowie die Kommunikation zwischen Wissenschaft, Industrie und Gesellschaft ermöglicht wird. Hierzu dankten Ihnen die aktuellen Vorstände und die gesamte WiGeP während der Abendveranstaltung der Tagung in Dresden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

WiGeP-Industriedialog 2018 bei Festo

Das Frühjahrstreffen der Mitglieder vom 19.04.-20.04.2018 zum Thema „Ingenieurkompetenzen im Zeitalter der Digitalisierung“

Der diesjährige WiGeP-Industriedialog 2018 fand im TechnologieCenter der Firma Festo in Esslingen-Berkheim statt. Nicht nur Teilnehmer aus universitärem Umfeld, sondern auch Teilnehmer aus der Industrie folgten, zu etwa gleichen Teilen, der Einladung von Festo zur gelungenen Veranstaltung. Die freundliche und kooperative Stimmung trug neben dem fachlichen Austausch maßgebend zum Gelingen der Tagung bei. Zudem bot der gewährte Einblick in die Technologiefabrik der Firma Festo in Scharnhausen die Möglichkeit eine der Kernkompetenzen von Festo, die Automatisierung von Produktionsanlagen durch pneumatische und elektrische Antriebstechnik, direkt vor Ort zu begutachten.

Begrüßungsrede durch Prof. Post

Prof. Post ging in seiner Begrüßungsrede darauf ein, wie die konsequente Verzahnung von Automatisierung und Ausbildung zur Produktivitätssteigerung führen kann. Hierbei bilden auf der einen Seite eine hohe Variantenvielfalt, große Effizienz und Nachhaltigkeit sowie die Digitalisierung der Produktionsanalgen durch Vernetzung die Trends und auf der anderen Seite intelligente Systeme, ganzheitlich mechatronische Konstruktionen, neue Kommunikationstechnologien sowie datengetriebene Entwicklung die befähigenden Elemente des digitalen Wandels von Produktionssystemen. Unter dem Begriff Industrie 4.0 seien hierbei die vier Dimensionen Horizontale Integration, Vertikale Integration, Integriertes Engineering und der Mensch selbst von besonders wichtiger Bedeutung. Festo setze dabei heute schon auf eine, durch neue Datenauswerte- und nutzungsmethoden getriebene, vernetzte Produktion, welche einen permanenten globalen Datenaustausch über eine Cloud ermöglicht. Durch cyber-physische Systeme gelingt mittels dem Internet der Dinge nicht nur eine Vernetzung der Produktionsanalagen hin zu Smart Factories, sondern auch intelligente Produkte, welche wiederum neue Geschäftsmodelle ermöglichen. Zur Steigerung der Nachhaltigkeit setze Festo auf ein umfassendes Energiemanagement von der Komponente bis hin zur gesamten Produktionsanlage. Mittels virtuellen Modellen soll über den gesamten Produktlebenszyklus ein ganzheitlich integriertes Engineering ermöglicht werden. Wer zu diesem digitalen Wandel mit all seinen Möglichkeiten und Herausforderungen den Menschen stets im Vordergrund behält, kann eine erfolgreiche Umsetzung erwarten. Dabei ermöglicht Festo durch Lern- und Forschungsfabriken sowie innovativen Ausbildungsmaßnahmen einen erfolgreichen Transfer des neuen Wissens in die Praxis.

Keynotes

Herr Zimmermann, Head of Consulting Deutschland der Festo Didactic SE, hielt einen Keynote-Vortrag zum Thema „Führen und lernen in der digitalen Transformation“. Er erläuterte hierbei unter anderem, welch große Bedeutung das Zusammenspiel von Aus- und Weiterbildung und Führungskompetenzen habe. Nur durch neue Ansätze können die Möglichkeiten genutzt und die Herausforderungen gemeistert werden, welche die digitale Transformation mit der Industrie 4.0 bieten. Den Keynote-Vortrag mit dem Titel „Innovation = Expertise + Netzwerk, Agil entwickeln bei Trumpf im Zeitalter der Digitalisierung“ hielt Herr Dr. Schneider, Geschäftsführer Entwicklung der TRUMPF Werkzeugmaschinen GmbH + Co. KG in Ditzingen. Das Unternehmen wird bereits seit 1923 in Familienhand geführt, was sich, auch im Zeitalter der Digitalisierung, in langfristigem Handeln äußert. Das Kerngeschäft besteht in Fertigungslösungen in den Bereichen Werkzeugmaschinen und Lasertechnik, welche nicht nur zur Produktion von Fahrzeugen und Gebäudetechnik, sondern auch für mobile Endgeräte und moderne Energie- und Datenspeicherung zum Einsatz kommen. Die durch die digitale Transformation getriebene steigende Individualisierung der Produkte führe zu einer steigenden Komplexität in der Fertigung, was sich unter anderem in sehr kleinen Losgrößen widerspiegelt. Die Herausforderungen liegen hierbei in der gesamten Wertschöpfungskette und nicht nur in der aktiven Bearbeitung von Komponenten. Für Trumpf äußere sich eine der Herausforderungen der digitalen Transformation demnach im Bedarf von höchst zuverlässigen, automatisierten Werkzeugmaschinen, welche allerkleinste Stückzahlen bis hin zu Stückzahl Eins fertigen können. Um diesen Herausforderungen gerecht zu werden betont Herr Dr. Schneider, sei es notwendig, das Gesamtsystem in der Betrachtung zu berücksichtigen. Eine Blechbearbeitungsmaschine müsse beispielsweise gänzlich vernetzt sein und sowohl mit dem System Fabrik, als auch mit einer entsprechenden Geschäftsplattform interagieren. Zudem zeige sich der digitale Wandel bei Trumpf auch in einem Bedarf autonomer Fabriken, welche Werkzeugmaschinen mit digitalen Ansätzen kombiniert. Zur Optimierung des Produktentwicklungsprozesses bedarf es dabei disziplinübergreifen, agil und digital zu agieren und neue Technologien, wie beispielsweise machine learning, einzusetzen. Die dafür notwendige Expertise lasse sich als weitere Herausforderung des digitalen Wandels formulieren. Die klassischen Grundkompetenzen des Ingenieurs müssen durch systemisches Denken und lebenslanges Lernen komplettiert werden, um den Anforderungen der Transformation gerecht werden zu können.

Workshops

Die durchgeführten Workshops, welche sich mit der universitären Aus- und Weiterbildung im Zeitalter der Digitalisierung beschäftigten, trugen maßgebend zum Austausch der Teilnehmer des Industriedialogs bei. Hierzu thematisierten die Teilnehmer des Workshops „Ausbildung“ die Fragen, welche Kompetenzen Ingenieure der Produktentwicklung im Zeitalter der Digitalisierung benötigen und welche Kompetenzprofile an Universitäten ausgebildet werden sollen. Hierbei wurde deutlich, dass übergreifende Kompetenzen wie beispielsweise Prozesswissen über die Produktentwicklung sowie Grundlagenwissen zu PDM und PLM notwendig sind. Auch selbstständige Problemlösungskompetenzen seien von essentieller Bedeutung. Zudem sollten weitere Kompetenzen wie Produktvalidierung, Change-Management, Systems Engineering und Service Engineering als mögliche Spezialisierungen in der universitären Bildung möglich sein. Die Teilnehmer des Workshops „Weiterbildung“ hingegen beschäftigten sich mit den Fragen, welche Herausforderungen die Organisation von Weiterbildung an Universitäten mit sich bringt und welche Weiterbildungsangebote benötigt werden. Ziel war es, Rahmenbedingungen für die Weiterbildung an Universitäten zu identifizieren. Unter anderem seien kreative und innovative Lehrmethoden bei hochaktuellen Inhalten von großer Bedeutung. Zudem müssen die Weiterbildungsziele klar kommuniziert werden. Zentral stellen sich die Fragen, wie der Mindset der Teilnehmer beeinflusst werden kann, ob ein berufsbegleitender Masterstudiengang oder kleinere Module sinnvoller sind, was die Industrie bereit ist für die Weiterbildung anzuwenden, sowie welche Lernmethoden und Lehrinhalte für die Produktentwicklung erwartet werden.

Mitgliederversammlung

Wie in den vergangenen Jahren ging auch dem diesjährigen Industriedialog die Mitgliederversammlung der WiGeP voraus, an welcher sowohl ordentliche als auch emeritierte Mitglieder teilnehmen. Schwerpunkte bildeten unter anderem die Maßnahmen des neuen Vorstandes, welcher seit Beginn des Jahres im Amt ist. Die Struktur der WiGeP soll einer Umgestaltung unterzogen werden. Vorrangig sollen neue Arbeitsgruppen aktuelle Themen der WiGeP über alle drei Fachgruppen hinweg interdisziplinär adressieren. Zudem wurden neue SPP-Antragsideen in deren Inhalten grob festgelegt und Mitglieder zur Mitarbeit abgefragt.